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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Landesverband Bremen e.V.

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Einsätze und Übungen des Landesverbandes Bremen im Katastophenschutz

1997 - Das Sommerhochwasser an der Oder
1997 - Wasserrettungszug des LV Bremen im Katastropheneinsatz
1999 - Katastrophenschutzübung in überfluteten Blocklandwiesen
2002 - Der Katastropheneinsatz an der Elbe
2002 - Der Einsatz des DLRG-Landesverbandes Bremen an der Elbe
2002 - Katastrophenschutzübung "Starke Hanseaten"
2003 - Katastrophenschutzübung in Hasenbüren
2003 - Katastrophenschutzübung in Wilhelmshaven
2005 - Großübung "Mai-Power" in Wilhelmshaven
2005 - DLRG übte für den Katastrophenfall
2006 - Mai Power
2007 - KatS-Bereitstellungsübung
2008 - Großübung Deichverteidigung


1997 - Das Sommerhochwasser an der Oder

Im Hochsommer 1997 kamen Katastrophenschutz (Kats) - Einheiten des Landesverbandes Bremen der DLRG im östlichen Brandenburg zum Einsatz. Worum ging es? Über Polen und Tschechien sind im Einzugsgebiet der Oder Regenfälle niedergegangen, wie sie in den letzten Jahrzehnten nicht zu verzeichnen waren. Zum Teil fielen innerhalb von viereinhalb Tagen 580 Liter pro Quadratmeter. Insgesamt gingen rund 10 Milliarden Liter Wasser zu Boden. Allein in Polen kamen 54 Menschen ums Leben. Es mussten ca. 160.000 Menschen evakuiert werden, 1362 Ortschaften wurden überflutet.
Diese gewaltige Hochwasserwelle bewegte sich nun auch auf Deutschland zu. Trotz erbitterten Kampfes gegen die Wassermassen kam es südlich von Frankfurt/Oder zu zwei Deichbrüchen und Überflutungen. 200 Häuser wurden beschädigt (Schaden ca. 35 Mio. DM) und über 77 Hektar Ackerland und Wiesen (Schaden Ca. 70 Mio. DM) wurden in Mitleidenschaft gezogen. Doch was dann noch drohte, war weitaus gewaltiger: Das nördlich von Frankfurt/Oder gelegene Oderbruch wäre bei einem Deichbruch überflutet worden. Ein einziger Durchbruch hätte genügt; die Wassermassen wären nicht mehr aufzuhalten gewesen. Eine Fläche von etwa 27.000 Hektar mit rund 19.000 Einwohnern hätte bis zu 8 Meter tief unter Wasser gestanden. Der mögliche Schaden wäre kaum realistisch einzuschätzen.
Bild: Wasserfläche vor dem Deich Seit dem 22.07.97 war der Katastrophenalarm im Landkreis Märkisch-Oderland ausgerufen worden. In einem noch nicht gekannten Ausmaß wurden Hilfseinheiten in das Katastrophengebiet entsandt (Bundeswehr Ca. 30.000, THW Ca. 6.500, BGS ca. 3.500, Feuerwehren Ca. 2.1 00, andere Organisationen und Freiwillige ca. 1.500). Unter den Helfern der "anderen Organisationen" kamen insgesamt 270 Helfern der DLRG aus 10 Landesverbänden zum Einsatz. Von diesen wurde eine Summe von 2160 Helfertagen geleistet.
Mit Schwerpunkt fand der Einsatz der DLRG an dem am meisten gefährdeten Deichabschnitt im Bereich der Ortschaft Hohenwutzen statt. Auch die Kräfte des LV Bremen waren hier eingesetzt. Zum Zeitpunkt, als die DLRG im Bereich Hohenwutzen zum Einsatz hinzukam, hatten Experten, die Hoffnung, den Deich an dieser Stelle zu halten, bereits aufgegeben.
Nicht so die versammelten Einsatzkräfte; an der "Baustelle" wurde rund um die Uhr mit erhöhtem Einsatz weiter geschuftet. Der Lohn der Arbeit wurde deutlich, als die Pegelstände der Oder endlich zurückgingen und schließlich einen Stand erreichten, der den Schluss zuließ: "Der Kampf gegen das Wasser ist gewonnen".
Am 11.08.97 konnte die höchste Hochwasseralarmstufe zurückgenommen werden. Die 19.000 Einwohner des Oderbruchs konnten aufatmen. Ein Wermutstropfen bleibt: Die Gesamthöhe des Schadens wird trotzdem auf etwa 1 Milliarde DM geschätzt.

1997 - Wasserrettungszug des LV Bremen im Katastropheneinsatz

Gerade zu der Zeit, da die DLRG eigentlich mit Schwerpunkt an den Wachdienst an Badegewässern denkt, nämlich mitten im Hochsommer, erreichten uns über die Medien die Schreckensmeldungen aus Tschechien und Polen: Evakuierungen eines nie gekannten Ausmaßes, Überflutungen und Tote.
Die Pegelstände der Oder auf deutschem Gebiet wuchsen besorgniserregend an. Die Bundesgeschäftsstelle (BGSt) der DLRG hatte in Bad Nenndorf eine "HochwasserkoordinierungssteIle" ins Leben gerufen. Bei dieser hatten sich aus verschiedensten Landesverbänden insgesamt etwa 500 Helfer mit ca. 100 Motorrettungsbooten zu einer möglichen Hilfeleistung gemeldet. So auch die Kräfte des LV Bremen.
Bild: MRB Pelle 2 Wir Bremer waren der nachgeordneten Bereitschaft zugeordnet. Eine mögliche Alarmierung sollte erst dann erfolgen, wenn das voralarmierte Kräftekontingent bereits ausgerückt wäre. Doch die Ereignisse sollten uns eines besseren belehren.
Am frühen Vormittag des 30.07.97 erreichte den Meldekopf des Landesverbandes die Anforderung, dass ein Wasserrettungszug (WRZ) mit vier Rettungstauchtrupps in Hohenwutzen im Landkreis Märkisch-Oderland benötigt wurde. Es hatte sich kurzfristig die massive Notwendigkeit von Unterwasserarbeiten ergeben. Die angeforderte Kräfteformation war mit der BGSt so nicht vorbesprochen.
Man erinnerte sich von dort jedoch daran, dass wenn ein Tauchteam gefragt ist, eine Rückfrage bei den Bremern sicherlich nicht falsch ist. Nach einer kurzen Zeit von intensiven Telefonaten stand fest: Der Wasserrettungszug Bremen kann kurzfristig ausrücken. Um 11:06 Uhr wurden die noch nicht voralarmierten Kräfte alarmiert. Bereits um 16:30 Uhr treffen sich die 22 Helfer aus den Bezirken Bremen-Stadt, Bremen-Nord und Bremerhaven mit insgesamt 6 Fahrzeugen und 4 Motorrettungsbooten an der Autobahnraststätte Grundbergsee. Es folgte eine Kolonnenfahrt ins Einsatzgebiet. Ganz spät in der Nacht konnte noch ein Quartier in einer Schule bezogen werden.Bild: MRB Theodor Ahrens beim Sandsack löschen Am Vormittag des 31.07.97 wurde die Einsatzstelle Hohenwutzen erkundet. Der Auftrag des Deichverantwortlichen lautete: "Absuchen des Deiches nach Einrissen unterhalb der Wasserlinie. Wenn Schadstellen festgestellt werden können, so sind diese mit Folie abzudecken, um zu vermeiden, dass eine Ausspülung eintritt und dass das Einsickern von Wasser in den Deich vermindert wird."
Die letzte befahrbare Straße endete am Deich etwa 1 km von der eigentlichen Einsatzstelle entfernt. In einer akrobatischen Aktion wurden bei einer Stromgeschwindigkeit von etwa 4 m/s die Boote von den Trailern ins Wasser gebracht (In der Folgezeit stand für das Wassern und das Anlandbringen ein Autokran zur Verfügung). Die Bootsbesatzungen und die Taucher erreichten dann über das Wasser die Schadstelle. Der erste Blick auf den Schaden war beeindruckend: Auf einer Länge von Ca. 150 Metern war der Deich landeinwärts zu etwa einem Drittel weggebrochen. Das Wasser stand nur etwa 20cm unterhalb der Deichkrone. Nur zu gut war vorstellbar, dass auch unter Wasser Beschädigungen zu finden sein mussten.
Bild: Sandsäcke mit TaucherDie Bundeswehr und die ortsansässigen Feuerwehren waren schon fieberhaft damit beschäftigt, provisorische Abstützarbeiten durchzuführen. Nach der Erkundung unter Wasser hatte sich herausgestellt, dass, wie befürchtet, Längsrisse unterhalb der Wasserlinie aufgetreten waren. Nun begann die eigentliche "Knochenarbeit": Sechs Meter breite Kunststofffolien wurden von der Deichkrone abwärts etwa zehn Meter in den Fluss hineingebracht. Gegen das Wegschwemmen durch die Flussströmung wurden diese mit Sandsäcken beschwert. Dazu mussten pro Planenstück etwa 250 Säcke unter Wasser verbaut werden. Da die Sandsäcke nicht über einen Landweg angeliefert werden konnten, wurden sie über eine Schute zugeführt, Bild: Hubschrauber mit Sandsackbrookdie im Flussbett ankerte.
Hier kamen unsere Boote zum Einsatz, die die Säcke von der Schute übernahmen und bis zum Deich brachten. Über die Einsatzzeit wurden insgesamt etwa 300 Meter Deichlänge "in Folie eingepackt". Begleitend zu den Arbeiten wurden alle durch riesige Mückenschwärme belästigt. Im Wasser tummelten sich zahlreiche Wasserratten und viele Blutegel. Die Einsatzzeit lag täglich bei etwa 18 Stunden (vom Wecken bis zum Schlafengehen). Da schon am ersten Einsatztag feststand, dass die Arbeiten eine extrem hohe körperliche Belastung verursachen, wurde über die BGSt eine zeitgerechte Ablösung organisiert.
Nach drei "aktiven Tagen" vor Ort konnten wir am fünften Tag erschöpft die Heimreise antreten. Aufmerksam wurde in den Folgetagen die Berichterstattung in den Medien verfolgt. Wohl jeder Helfer, der mit im Einsatz war, zitterte mit der Bevölkerung bis zur Entwarnung.

1999 - Katastrophenschutzübung in überfluteten Blocklandwiesen

Zu einer Katastrophenschutzübung fanden sich im Frühjahr 99 die Mitglieder des Bezirkes Bremen-Stadt der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zusammen. Nach einer am Vortage überraschend erfolgten Voralarmierung, wurde durch die Einsatzkräfte zunächst die persönliche Einsatzbereitschaft hergestellt.
Der zusammengetretene DLRG-Einsatzstab am Hohentorshafen begann derweil mit der Feststellung der personellen Stärke und dem Zusammenstellen von Wasserrettungstrupps. Am Samstagmorgen erfolgte, basierend auf der Lage großer Überflutungen der Wümmeniederungen und damit verbundener Deichabrutschungen, schließlich das Auslösen des "Katastrophenalarms".
Kurze Zeit später konnte durch die rund 40 angetretenen Helfer die materielle Einsatzbereitschaft gemeldet werden. Somit standen der Einsatzleitung vier Wasserrettungstrupps sowie ein Tauchtrupp einsatzbereit zur Verfügung. Nach dem Sammeln aller Trupps und der Logistikkräfte an der DLRG-Zentrale erfolgte die Ausgabe des Marschbefehls. Es galt, mit den fünf Gespannen geschlossen die Semkenfahrt im Blockland zu erreichen und dort, nach Kontaktaufnahme mit der Technischen Einsatzleitung der Feuerwehr, die mitgeführten Motorrettungsboote ohne technische Hilfsmittel ins Wasser zu bringen.
Nachdem alle Trupps diesen Auftrag erfüllt hatten, mussten nunmehr Personen entlang der Semkenfahrt und der angrenzenden Fleete aufgefunden, gerettet und versorgt werden. Aufgrund der geringen Wassertiefe konnten die Rettungsboote dabei jedoch nicht maschinell angetrieben, sondern nur schiebend vorwärts bewegt werden, was der Realität bei der Evakuierung überfluteter Wohngebiete sehr nahe kommt.
Bild: Wassermann auf der WieseNach mehreren zu überwindenden Kilometern bei eisigen Temperaturen wurden alle "Verletzten" und "eingeschlossenen Personen" durch die Rettungsschwimmer entdeckt und medizinisch erstversorgt. Danach erfolgte der Weitertransport per Boot und die abschließende Übergabe an die Rettungskräfte der Verletztensammelstelle. Die stadtbremische DLRG führte somit erstmals nach ihrem Einsatz bei der "Oderflut" eine realitätsnahe Vollübung im Zugrahmen mit ihren ehrenamtlichen Rettungsschwimmern von den Wachstationen an den Bremer Badeseen durch. Dabei konnten wichtige Erkenntnisse für einen eventuellen Einsatz im Katastrophenschutz gewonnen werden.
Insbesondere die zutage getretenen Unterschiede zu den Erfahrungen des "Jahrhundert-Hochwassers" in Brandenburg werden die Bremer DLRG-Leitung dazu veranlassen, verstärkt an einem Konzept für den Einsatz bei Lagen wie letzten Winter im Umland Bremens zu arbeiten, um so in Zukunft im Verbund mit den anderen Hilfs- und Rettungsorganisationen auch im Katastrophenfall kurzfristig die gewohnte Leistungsfähigkeit bieten zu können.

2002 - Der Katastropheneinsatz an der Elbe

Es sollte der größte Einsatz der DLRG-Geschichte werden. Innerhalb kürzester Zeit wurden im August 2002 zunächst die Oberläufe der Donau und später der Elbe durch starke Regenfälle zum Überlaufen gebracht. Nachdem zunächst die Donau und ihre Nebenflüsse zahlreiche Städte überfluteten, schwollen wenige Tage später die Elbe und ihre Nebenflüsse stark an. Viele kleinere Städte und Dörfer wurden überflutet und teilweise komplett zerstört. Auch Prag und Dresden traf die Flut heftig. Die Bilder der zerstörten und überfluteten Dörfer und Städte wird wohl niemand so schnell vergessen können.
Unzählige Einsatzkräfte von Bundeswehr, THW, der Hilfsorganisationen und zahlreiche freiwillige Helfer waren entlang der Elbe im Einsatz. Insgesamt waren mehr als 128.000 Einsatzkräfte am Kampf gegen die Fluten beteiligt. Der durch das Hochwasser angerichtete Schaden wird auf über 30 Milliarden Euro geschätzt. Insgesamt verloren 30 Menschen durch die Überflutungen ihr Leben, davon allein 15 in Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Bild: DLRG-Helfer am DeichBereits nach den ersten Überflutungen in Bayern wurde durch das Präsidium der DLRG am 13. August eine zentrale Hochwasserkoordinierungsstelle in Bad Nenndorf eingerichtet. Von hier aus wurde der Einsatz aller Einheiten der DLRG in den Hochwassergebieten koordiniert, für entsprechende Ablösungen gesorgt und der Kontakt zu den anderen Hilfsorganisationen gehalten.
Hauptaufgabe der DLRG im Hochwassereinsatz war die Evakuierung von Personen auf dem Wasserweg und die wasserseitige Deichsicherung von bedrohten Deichen. Es waren insgesamt 4500 Helfer der DLRG, davon 400 Rettungstaucher mit über 200 Rettungsbooten im Einsatz. Über 11000 Personen konnten durch die DLRG auf dem Wasserweg evakuiert oder gerettet werden.
Auch der DLRG-Landesverband Bremen war mit seinem Wasserrettungszug im Hochwassereinsatz, zunächst in Torgau in Sachsen und nur wenig später im Landkreis Lüchow-Dannenberg.

2002 - Der Einsatz des DLRG-Landesverbandes Bremen an der Elbe

Wie bereits vor fünf Jahren beim Hochwasser an der Oder kam das Hochwasser mitten im Hochsommer, als die Arbeit der DLRG in Bremen sich eigentlich auf den Wasserrettungsdienst an den Badeseen konzentrierte. Zusätzlich war am Sonntag, den 18. August ein "Entenrennen" auf der Weser angekündigt, bei dem die DLRG die Wasserrettung und das "Einfangen" der Enten übernehmen sollte. Am Freitag, den 16. August wurde in Rücksprache mit der Hochwasserkoordinierungsstelle der DLRG in Bad Nenndorf der Wasserrettungszug Bremen auf den Einsatz an der Elbe vorbereitet. 30 Helfer des Landesverbandes machten sich einsatzklar. Kurzfristig wurden die für einen eventuellen Hochwassereinsatz erforderlichen Boote des Bezirks Bremen-Stadt aus allen anderen Einsätzen genommen und ein weiteres Boot aus dem Bezirk Bremerhaven zur schnellen Verfügbarkeit nach Bremen transportiert. Die erforderliche Ausrückzeit konnte so auf drei Stunden reduziert werden. Aus dem Bezirk Bremen Nord waren zwei Rettungstauchtrupps aus Bremen-Stadt ein Rettungstauchtrupp und zwei Wasserrettungstrupps zum Einsatz bereit. Der Bezirk Bremerhaven unterstützte durch die Entsendung von Personal.
Bild: Taucher im WasserBereits am Sonntag, den 18. August um 11:47 wurden Teile der Kräfte alarmiert. Drei Tauchtrupps mit drei Fahrzeugen und Booten und insgesamt 12 Mann machten sich kurz nach 14:00 auf den Weg Richtung Torgau.
Unter Polizeihilfe erreichten die drei Trupps gegen 22:00 Torgau. Es war nicht mehr möglich, eine Unterkunft für die Einsatzkräfte zu organisieren; die Übernachtung erfolgte in den Fahrzeugen. Am nächsten Morgen wurde um 6:30 die Arbeit aufgenommen. Es galt einen Deich wasserseitig mit Folie zu sichern.
Da an dieser Stelle die Strömung der Elbe sehr stark war, wurde es erforderlich, jeden Taucher mit zwei Sicherungsleinen zu sichern. Dank der Unterstützung durch die Bundeswehr konnte auch dies gewährleistet werden. Es wurden ca. 150 m Deich mit Folie "eingepackt". Diese Arbeit konnte um 15:30 beendet werden. Inzwischen war es auch gelungen immerhin eine Turnhalle zum Übernachten zu organisieren.
In Bremen wurde, nachdem viele Kameraden erst am Montag die Erlaubnis ihrer Arbeitgeber einholen konnten, ein weiterer Bootstrupp durch den Bezirk Bremen-Stadt bereitgestellt, so dass der Wasserrettungszug Bremen nun komplett war.
Die Kräfte an der Elbe versuchten am nächsten Tag in einem überschwemmten Keller eine abgeschieberte Wasserleitung wieder zu öffnen, was aber nach langen Versuchen durch große Schlammmassen verhindert wurde. Da sich die Lage in Torgau weiter entspannte, wurde der Tauchtrupp aus Bremen-Stadt mittags wieder auf die Heimreise geschickt. Die in Torgau verbliebenen Kameraden sollten bis Mittwoch in Torgau verbleiben und die Deiche wasserseitig überwachen.
Nach der Entlassung aller Trupps aus dem Einsatz waren Mittwochabend wieder alle Kräfte in Bremen und konnten die Einsatzbereitschaft wieder herstellen. Es wurde jetzt ein Einsatz in Niedersachsen immer wahrscheinlicher.
Am Donnerstag, den 22. August wurde der Wasserrettungszug um 17:30 voralarmiert mit der Bitte einen weiteren Tauchtrupp zusammenzustellen. Mit der Alarmierung sei am nächsten Morgen zu rechnen. Kurzfristig wurde daraufhin ein Bootstrupp aus Bremen-Stadt umbesetzt, so dass ein weiterer Tauchtrupp zur Verfügung stand. Dies war möglich, da drei Kameraden der Ortsgruppe Lilienthal sich sofort bereit erklärten, dabei zu unterstützen. Bereits um 19:40 wurden alle Tauchtrupps alarmiert, mit der Maßgabe sofort nach Lüchow-Dannenberg zu fahren. Gegen 23:00 konnten dann vier Tauchtrupps und ein Führungstrupp in Richtung Lüchow aufbrechen. Größtenteils waren dies dieselben Kameraden, die bereits in Torgau gewesen waren.
Um 3:30 am nächsten Morgen konnten die Einsatzkräfte in der Funkstelle Lüchow in einer Unterkunft der Bereitschaftspolizei Quartier beziehen. Im Vergleich zu den Unterkünften in Torgau war dies geradezu luxuriös. Bereits um 6:00 war die Nacht wieder vorbei. Nach einer Besprechung in der technischen Einsatzleitung in Lüchow wurde der Bremer Zug durch einen Tauchtrupp aus Verden/Otterstedt verstärkt und dann an der Elbe in Schnakenburg (ca. 20 km südlich von Lüchow) zur Deichsicherung eingesetzt. Dort war, wie bereits in Torgau, ein Deichabschnitt von der Wasserseite mit Folie zu sichern. Unterstützt wurden die DLRG-Taucher dabei durch Waffentaucher der Bundeswehr, die durch die DLRG-Taucher in der Taktik der Verlegung der Folie unterwiesen wurden. Der Transport sämtlichen Materials zur Einsatzstelle musste mit Pontonbooten des THW über eine Strecke von ca. drei Kilometern erfolgen.
Zwei Tauchtrupps wurden von Schnakenburg nach Pevestorf entsandt um dort, wiederum in Zusammenarbeit mit Waffentauchern, Auswaschungen im Bereich einiger Bäume knapp vor dem Deich zu kontrollieren. Nach Abschluss dieser Arbeiten unterstützen die beiden Trupps in Schnakenburg. Die Rückfahrt von Pevestorf konnte gerade noch erfolgen, bevor die einzige Brücke, die noch nach Pevestorf führte, gesperrt wurde. Wäre dies nicht mehr gelungen, wären die Taucher in Pevestorf eingeschlossen gewesen.
Die Arbeiten an dem bedrohten Deich in Schnakenburg konnten dank der sehr guten Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und der Feuerwehr vor Ort um 20:00 abgeschlossen werden.
Auf der Rückfahrt in die Unterkunft wurde bereits ein Einsatzauftrag für den nächsten Tag bekannt gegeben: In einem Vorort von Dannenberg, in Pisselberg, sollte der Deich der Jeetzel gesichert werden.
Bild: TaucherAm Samstag wurde dann also wieder mit dem Verlegen von Folie, diesmal am Jeetzeldeich, begonnen. Insgesamt sollten hier über 2000 m Deich durch Folie gesichert werden. Für die Taucher vorteilhafter war an der Jeetzel die sehr geringe Strömung, so dass auf umfangreiche Sicherungsmaßnahmen verzichtet werden konnte. Allerdings wurde schnell der Geruch nach Fäkalien und die Tierwelt des Deiches zu einer sehr lästigen Begleiterscheinung. Um den Tauchern die Möglichkeit zur Reinigung zu geben, wurde durch die Freiwillige Feuerwehr Jameln eine "Taucherdusche und -desinfektion" eingerichtet. Aufgrund der Länge des Deichabschnitts wurde schnell klar, dass die Bremer DLRG-Kräfte die Aufgabe alleine nicht bewältigen konnten. Schnell konnten jedoch die Marinetaucher herangezogen werden, mit denen am Tage zuvor bereits an der Elbe sehr gut zusammengearbeitet wurde.
Problematisch war die Versorgung der Tauchstellen mit Sandsäcken. Während die Bundeswehr die abgerutschte Deichstrasse wiederherstellte, wurden die Sandsäcke teilweise per Zug über die "Castor-Bahnstrecke" und dann durch DLRG-Rettungsboote des Wasserrettungszuges Emsland zu den Tauchstellen gebracht. Leider mussten die Taucher oftmals auf Nachschub an Sandsäcken warten, so dass einige unnötige Pausen gemacht werden mussten. Die Arbeiten am Deichabschnitt wurden bis 21:00 fortgesetzt. Danach konnten die DLRG-Kräfte völlig erschöpft in die Unterkunft nach Lüchow zurückkehren.
Da noch einige hundert Meter Deich auf einen Schutz durch Folie warteten, wurde der Einsatz am Sonntag fortgesetzt. Jetzt noch zusätzlich unterstützt durch Taucher der Bereitschaftspolizei gingen die Arbeiten zusehends schneller voran. Im Laufe des Tages konnte dann auch der Nachschub an Sandsäcken verbessert werden, so dass bereits um 17:15 der komplette Abschnitt abgearbeitet war. Völlig unerwartet von den Verantwortlichen konnte so der Einsatz am Jeetzeldeich bereits am Sonntag abgeschlossen werden.
Der erste Trupp der DLRG-Bremen wurde kurz darauf auf den Weg nach Hause geschickt, während die anderen noch eine Nacht in Lüchow verblieben. Kurzfristig wurde durch die restlichen Trupps ein gemeinsames Grillen organisiert. Dazu wurde das Grillgut am Sonntag abend (!) in einem Dannenberger Supermarkt eingekauft.
Bild: Begrüssung der DLRG-HelferAm Montag, nach dem wohlverdienten Schlaf, trat der Wasserrettungszug Bremen die Rückreise an. In Bremen wurden die Einsatzkräfte von Staatsrat Dr. von Bruch und vielen DLRG-Mitgliedern empfangen. Er sprach den Helfern den Dank des Bremer Senats aus und würdigte den persönlichen Einsatz jedes einzelnen. Nach einer kleinen Erfrischung ging es jedoch schon wieder weiter, galt es doch die Ausrüstung wieder auf Vordermann zu bringen.
Alle Beteiligten werden den Einsatz wohl nicht wieder vergessen. Insbesondere die sehr gute Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und die stets hilfsbereiten Einwohner waren immer wieder Gesprächsstoff.

2002 - Katastrophenschutzübung "Starke Hanseaten"

In der Zeit vom 20. bis 22. September fand mit der Katastrophenschutzübung "Starke Hanseaten" in Bremen die größte Übung dieser Art der vergangenen zwanzig Jahre statt. Neben vielen anderen Behörden, Organisationen und Institutionen aus Bremen, Niedersachen, Hamburg und Berlin war auch die DLRG Bremen in das Übungsgeschehen mit eingebunden.
Am Abend des 20. September gab der Technische Leiter der DLRG eine Katastrophenwarnung der zuständigen Katastrophenschutzbehörde weiter und ordnete die Bereitstellung eines Rettungstauchtrupps an. Rund eine dreiviertel Stunde später konnte dem KatS-Meldekopf die Einsatzbereitschaft dieses Tauchtrupps gemeldet werden.
Am frühen Morgen des folgenden Tages wurden die bereit stehenden DLRG-Kräfte per Funkmeldeempfänger dann über die Auslösung des "Katastrophenalarms" informiert.
Einige Zeit später wurde dem Tauchtrupp über Funk von der Leitstelle "Kater Bremen" der Auftrag erteilt, den Yachthafen Hasenbüren zu erreichen und sich dort mit der Technischen Einsatzleitung (TEL) in Verbindung zu setzen. Dort traf der Tauchtrupp gegen zwölf Uhr ein.
An der Einsatzstelle erhielten die Taucher den Auftrag, die an der Schadenstelle zur Bekämpfung eingesetzten Kräfte wasserseitig zu sichern. Nach einer ersten Erkundung der Schadenstelle stellte sich dem DLRG Einsatzleiter folgende Lage dar: Auf einer Länge von rund fünfzig Metern war der Deich zwischen der Weser und dem Yachthafen schwer beschädigt; es musste damit gerechnet werden, dass dieser mit Eintreffen der nächsten Flut nicht mehr standhält.
Nun wurde unter Zuhilfenahme eines Motorrettungsbootes und zweier Taucher versucht, die Schadenstelle im Verbund mit anderen Kräften zu sichern. Am frühen Nachmittag stand das Wasser bereits nur noch einen knappen halben Meter unterhalb der Notdeichkrone. Ein Überfluten dieser Krone war mit dem auflaufenden Hochwasser gegen 16:40 Uhr zu befürchten.
Bild: überflutete DeichkroneAufgrund des ausbleibenden Nachschubs von Sandsäcken wurde das DLRG-Boot gegen 15:30 Uhr in einen sicheren Bereich verlegt. da die Flut nur noch wenige Zentimeter unter der Notdeichkrone stand. Kurz darauf wurde die Deichkrone überspült, im Anschluss brach der Deich entlang der Schadenstelle. Um kurz nach 16 Uhr wurden die DLRG Kräfte dann aus ihrem Einsatz entlassen.
Im Rahmen dieser Übung, an der insgesamt mehr als 1.500 Kräfte beteiligt waren, wurden in fast allen Bereichen Fehler und Mängel aufgedeckt, so zum Beispiel in der Kommunikation, durch fehlende Technik oder auch aufgrund nicht festgelegter Führungsstrukturen. Bremens Innensenator, auch für den Katastrophenschutz zuständig, versprach, aus den gemachten Erfahrungen zu lernen und die erkannten Mängel - soweit in seinem Wirkungsbereich liegend - mittelfristig abzustellen.
Für die eingesetzten Kräfte der Bremer DLRG verlief diese Übung, gerade nach den voran gegangenen praktischen Erfahrungen im Einsatz an Elbe und Jeetzel, eher unbefriedigend, da durch die Katastrophenschutzleitung lediglich eine relativ kleine Einheit eingesetzt wurde und die erteilten Aufträge die Möglichkeiten der ehrenamtlichen Retter nur ungenügend forderten.

2003 - Katastrophenschutzübung in Hasenbüren

Am 16.08.03 fand in Bremen-Hasenbüren eine vom Hause Senator für Inneres initiierte Deichverteidigungsübung statt. Dabei wurde der Übungsteil der im Jahre 2002 stattgefundenen Katastrophenschutzübung "Starke Hanseaten" wiederholt, der seinerzeit nicht erfolgreich absolviert werden konnte.
Hauptbestandteil der Übung war die Verteidigung eines Deichdurchbruches, der durch Errichten eines Notdammes verschlossen werden sollte. Zusätzlich wurde durch die Übungsleitung ein Wasserrettungsszenario eingebaut.
Bild: Slippen eines MRBDurch den Deichbruch war laut Drehbuch eine Gruppe von Studenten vom Wasser eingeschlossen und akut bedroht. Die DLRG Bremen-Stadt stellte für die Übung einen Wasserrettungstrupp, der Bezirk Bremen-Nord einen Rettungstauchtrupp bereit.
Kurz nach dem Eintreffen der beiden Trupps an der Einsatzstelle wurden die beiden Rettungsboote zu Wasser gebracht. Unmittelbar darauf erfolgte die Information, dass in einem Sumpfgebiet mehrere Personen schwimmen sollten, die lautstark um Hilfe riefen.
Alle neun Personen wurden innerhalb kurzer Zeit durch die Rettungsboote bzw. durch schwimmerischen Einsatz gerettet und anschließend erstversorgt. Durch die Angaben der Verletzten (-darsteller) wurde schnell klar, dass eine weitere Person vermisst wurde; nach längerer Suche durch die Taucher konnte diese Person (Puppe) nur noch tot geborgen werden.
Nach der Verpflegung durch die Freiwillige Feuerwehr Neustadt und dem Trailern der Boote, wurde der Rettungstauchtrupp aus Bremen-Nord entlassen, während der Trupp aus Bremen-Stadt noch beim Bau des Sandsackdeiches mithalf.
Bild: der Deich hältGegen 19:00 Uhr wurde klar, dass der notdürftig errichtete Sandsackdeich der auflaufenden Flut standhielt.Allerdings war es nur gelungen, eine Höhe von circa fünf Zentimetern über dem höchsten Wasserstand zu erreichen.
Erschöpft, aber zufrieden mit dem Erfolg, kehrte auch der zweite Trupp zurück und konnte das Material aufklaren.
Ein besonderer Dank sei an dieser Stelle den Verletztendarstellern aus der DLRG-Ortsgruppe Lilienthal und den Bezirken Bremen-Stadt und Bremerhaven sowie dem Wasserrettungsdienst-Praktikanten aus Bielefeld ausgesprochen, die sehr eindrucksvoll und realitätsnah ihre Rollen spielten, während sie recht lange Zeit im relativ schmutzigen und mit Blutegeln durchsetzten Wasser stehen mussten.

2003 - Katastrophenschutzübung in Wilhelmshaven

Am zweiten Wochenende des vergangenen Septembers gab es für einige Rettungsschwimmer des Landesverbandes Bremen eine neue und interessante Aufgabe. Die Feuerwehr Bremen wollte an diesem Wochenende in Wilhelmshaven eine groß angelegte Katastrophenschutzübung in Zusammenarbeit mit der dortigen Berufsfeuerwehr und der Bundeswehrfeuerwehr des Marinestützpunktes durchführen.
Daraufhin wurde die DLRG gebeten, sich mit jeweils einem Tauch- und einem Bootstrupp an der Übung zu beteiligen. Für den Landesverband Bremen war dies eine willkommene Gelegenheit, die bisherige Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr und der DLRG zu vertiefen.
So wurde dann ein Tauchtrupp aus dem Bezirk Bremen-Nord und ein Bootstrupp aus dem Bezirk Bremen-Stadt gemeldet. Am Freitagmittag verlegten die beiden Trupps zum vereinbarten Treffpunkt an die B 75. Hier folgte eine Ansprache vom Staatsrat im Innenressort und dem Leiter der Feuerwehr Bremen.
Danach setzten sich die Übungsteilnehmer in Kolonnenfahrt in Richtung Wilhelmshaven in Bewegung. Neben den beiden Trupps der DLRG befanden sich U. a. noch drei Löschzuge, ein Rettungswagen, ein Einsatzleitfahrzeug, ein Werkstattwagen und das Wasserfördersystem in der Kolonne.
Nach gut zwei Stunden Fahrt und einem technischen Halt bei Oldenburg hatten alle Fahrzeuge sicher den Marinestützpunkt in Wilhelmshaven erreicht. Nachdem alle Teilnehmer durch den Kasernenkommandanten und den Leiter der Feuerwehr Wilhelmshaven begrüßt wurden, standen noch einige Termine auf der Tagesordnung.
Die Kameraden aus Wilhelmshaven hatten sich einiges für ihre Bremer Kollegen einfallen lassen: Dazu gehörte ein Besuch im Marinemuseum, eine Hafenrundfahrt und die Besichtigung der Fregatte "Bremen".
Die Besichtigung der "Bremen" war für alle Beteiligten ein Erlebnis, zumal die Feuerwehrmänner und -frauen sich dort schon anschauen konnten, wo am nächsten Tag vielleicht "Brände" auftreten könnten.
Als Abschluss stand dann noch ein gemütliches Abendessen auf dem Programm. Am nächsten Morgen begann die eigentliche Übung.
Direkt nach dem Frühstück verlegten alle Fahrzeuge in einen Bereitstellungsraum außerhalb von Wilhelmshaven, um dort auf den Einsatzbefehl zu warten. Keine fünf Minuten nachdem der Bereitstellungsraum bezogen war, kam die Meldung, dass am Kai einer Raffinerie ein Tanker "brennt". Die Einsatzkräfte begaben sich dann in Alarmfahrt zum Einsatzort, wo die Einsatzleitung die Einzelaufträge bekannt gab. Die DLRG bekam den Auftrag, eine Tauchbereitschaft herzustellen und - wenn möglich - das mitgeführte Rettungsboot zu Wasser zu lassen.
Die Taucher verlegten sofort zum Kai und gingen von dort aus in Bereitschaft. In der Zwischenzeit versuchte der Bootstrupp, eine geeignete Slipanlage zu finden. Nachdem diese Wasserungsmöglichkeit gefunden wurde, brauchte der Trupp jedoch nicht mehr aktiv zu werden, da der Übungsabschnitt zwischenzeitlich beendet wurde.
Nach einer kleinen gemeinsamen Mittagspause verlegten dann alle Einheiten wieder in die Kaserne, wo der nächste Bereitstellungsraum bezogen wurde. Es dauerte auch hier nicht lange, bis die erneute Alarmierung eintraf: An Bord der Fregatte "Bremen' war (erwartungsgemäß) ein "Feuer" ausgebrochen. Sofort wurden die Löschzüge zum Einsatzort beordert und begannen mit der Brandbekämpfung.
Nachdem zwei Personen von der Fregatte ins Hafenbecken gefallen waren, wurden die Einheiten der DLRG alarmiert.
Bild: Aufstellung der FahrzeugeDie Rettungsschwimmer begaben sich zur Slipanlage und brachten das Boot ins Wasser und fuhren dann mit den Rettungstauchern zur Fregatte, um die Personen zu retten. Beide Personen konnten dann mit Hilfe der Taucher und des leiterartigen Rettungsgerätes "Jason's Craddle" gerettet und an die Verletztensammelstelle der Feuerwehr übergeben werden. Bei den Personen handelte es sich aber nicht um reale Darsteller, sondern lediglich um Übungspuppen aus dem Bestand der Fregatte.
Nach Beendigung des Einsatzes sicherten die Rettungsschwimmer die Löscharbeiten weiter von der Wasserseite her.
Dieser Auftrag wurde jedoch alsbald durch einen neuen abgelöst, denn es galt realitätsnah einen vermissten Schwimmer in einem Badesee zu finden. Nach dem Slippen des Rettungsbootes begaben sich die DLRG-Retter unter Alarmfahrt zum Einsatzort. Hier eingetroffen wurden die Retter schon von "Zeugen" erwartet, die sie in die genaue Lage einwiesen.
Nachdem die vermutliche Unglücksstelle ermittelt war, begab sich ein Rettungstaucher ins Wasser und suchte nach dem Verunglückten. Nach gut zwanzig Minuten wurde dann der Verunglückte, wiederum eine Übungspuppe der Feuerwehr, aus dem See geborgen.
Anschließend klarten die Retter die Ausrüstungen auf und verlegten wieder in die Kaserne, wo nach Übungsende eine Abschlussbesprechung stattfand. Im Anschluss an diese Besprechung kamen alle Beteiligten der Übung zu einem netten Grillabend zusammen und tauschten dort weitere Erfahrungen aus.
Am Sonntagmorgen wurde dann die Heimreise angetreten. Als die Rettungsschwimmer gegen Mittag in Bremen eintrafen, waren alle Beteiligten zwar ein wenig erschöpft von den Erlebnissen und Anstrengungen der letzten Tage, dennoch hatten sie alle neue Erkenntnisse und Erfahrungen mit nach Hause genommen, die auch im täglichen Einsatz von Nutzen sein werden.

2005 - Großübung "Mai-Power" in Wilhelmshaven

Vom 27. bis 29. Mai wurde in Wilhelmshaven die Brandschutzübung "Mai-Power" durchgeführt. An dieser Großübung nahmen 99 Einsatzkräfte der Feuerwehr Bremen teil, zu diesen Einsatzkräften zählten auch zehn Rettungsschwimmer des DLRG Landesverbandes Bremen. Die Berufsfeuerwehr Bremen bat die DLRG um die Aufstellung von zwei Trupps für diese Übung.
So wurden vom Landesverband Bremen ein Bootstrupp des Bezirkes Bremen-Stadt und ein Tauchtrupp des Bezirkes Bremen-Nord gemeldet. Die Aufgaben der Rettungsschwimmer waren zum einen die Teilnahme beim Übungsabschnitt "Schiffsbrand" und die wasserseitige Absicherung der Löscharbeiten.
Bild: Aufstellung der FahrzeugeAm Freitag wurden die Trupps zur Feuerwache 5 verlegt, wo der Marschverband für die 99 Einsatzkräfte und deren 24 Kraftfahrzeuge aufgestellt wurde. Nach einer Begrüßung durch den Leiter der Feuerwehr Bremen und den Übungsleiter wurde eine kurze Einweisung auf die Marschroute gegeben. In Kolonnenfahrt ging es dann von Bremen zum Marinestützpunkt Wilhelmshaven, wo die Unterbringung der Einsatzkräfte vorgesehen war. Dort eingetroffen, wurden die Bremer von Ihren Wilhelmshavener Kameraden begrüßt und erhielten eine Einweisung in die Übungsgebiete. Anschließend bestand die Möglichkeit die Fregatte "Hamburg" und den Einsatztruppenversorger "Berlin" zu besichtigen. An Bord der "Berlin sollte am Samstag die Brandbekämpfung stattfinden. Nachdem die Besichtigung abgeschlossen war, traf man sich noch in der Kantine des Stützpunktes zum Abendessen.
Bild: vor der Fregatte 'Bremen' Am Samstag begann die eigentliche Übung. Für die Feuerwehr standen mehrere Abschnitte auf Werksgeländen in Wilhelmshaven auf dem Programm. Da diese Abschnitte nicht in Wassernähe stattfanden, erhielten die Rettungsschwimmer die Gelegenheit den Vormittag mit den Marinetauchern und den Einsatztauchern der Feuerwehr Wilhelmshaven zu verbringen. Die Marinetaucher zeigten den DLRG-Kameraden ihre Ausrüstung und zeigten einige Unterwasserarbeiten, die dann auch von den Einsatztauchern der DLRG durchgeführt werden konnten. Neben dieser Einweisung tauschten die Kameraden noch Erkenntnisse, Eindrücke und Erfahrungen im Bereich Tauchen miteinander aus.
Nach der Mittagspause sollte die Hauptübung beginnen. Da die Rettungsschwimmer für die Absicherung der Übung vom Wasser aus zuständig waren, wurden die Rettungsboote schon vor dem Mittagessen getrailert und in Ihr Einsatzgebiet verbracht. Nach einer kurzen Mittagspause wurden dann die Boote besetzt und das Einsatzgebiet um die "Berlin" überwacht. Zur Übung gehörte auch eine Einlage, in der zwei Personen in Form von Übungspuppen über Bord der "Berlin" ins Hafenbecken stürzen. Diese Personen wurden durch die Besatzung des Motorrettungsbootes "Auxilia" gerettet und am Anleger den weiteren Einsatzkräften der DLRG übergeben. Nach erfolgter Erstversorgung durch die DLRG wurden die Personen zum Verletztensammelplatz der Feuerwehr transportiert. Nach dem erfolgreichen Einsatz nahm die Besatzung Ihre eigentliche Aufgabe wieder auf.
Durch die hohen Temperaturen (an die 40 Grad) bei den Löscharbeiten am Schiff, kam es unter den Feuerwehrleuten vermehrt zu Kreislaufproblemen. Da beide Rettungswagen der Bremer und Wilhelmshavener Feuerwehr bereits im Einsatz waren und mit weiteren realen Verletzten zu rechnen war, wurde die Übung vorzeitig durch die Einsatzleitung abgebrochen. Da zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt war, wie viele Verletzte noch zu erwarten sind, Bild: Personenbergungwurden von der Einsatzleitung Zwei Sanitäter der DLRG zur Verletztenversorgung angefordert. Die Lage normalisierte sich aber recht schnell, so dass die Rettungsschwimmer keine Verletzten mehr versorgen mussten.
Den Abschluss an diesem Abend bildete ein Grillfest mit allen Beteiligten der Übung. Auch die bei der Übung verletzten Einsatzkräfte hatten sich erholt und konnten am Grillen teilnehmen. Die Übungsleitung dankte allen eingesetzten Kräften für ihre Einsatzbereitschaft und wertete die Übung als vollen Erfolg.
Am Sonntag verlegten die Bremer Einsatzkräfte wieder in Kolonnenfahrt zurück nach Bremen. Gegen Mittag erreichte der Marschverband die Stadtgrenze und die Teileinheiten konnten zu Ihren Wachen zurückkehren. Im Technischen Betrieb eingetroffen, wurden die eingesetzten Fahrzeuge und Boote gesäubert und wieder einsatzbereit gemeldet.
Personal und Gerät haben die Übung unversehrt überstanden und die Rettungsschwimmer freuen sich schon auf die nächste Übung mit der Feuerwehr Bremen.

2005 - DLRG übte für den Katastrophenfall

Am Sonnabend, 24. September 2005 führte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Landesverband Bremen, eine Katastrophenschutzübung mit 37 Helfern im Bereich Hemelingen durch.
Angenommenes Szenario war, dass der stadtbremische Rettungsdienst durch eine Großschadenslage (Flugzeugabsturz) vollständig ausgelastet war, so dass der Senator für Inneres als zuständige Behörde den Katastrophenfall feststellte.
Nach dem Sammeln der Helfer auf dem Gelände der DLRG am Hohentorshafen in Woltmershausen galt es, im Bereich der ‚Marina Oberweser' durch Taucher einer Erkundung einer Schadenstelle (Ausspülung) durchführen zu lassen. Nach Eintreffen auf dem Gelände wurde der Auftrag um einen Suchauftrag erweitert: Auf der Suche nach dem Flugdatenschreiber war demnach ein Boot mit fünf Personen Besatzung in einem Bereich zwischen Fuldahafen und Dreyer Brücke verschollen. Dieses Boot galt es nun zu finden und die Besatzung gegebenenfalls zu versorgen.
Während zwei Bootstrupps ihre Rettungsboote zu Wasser brachten und anschließend sofort mit der Suche begannen, begaben sich zwei Tauchtrupps vom Sporthafen aus in den so genannten Atlas-See, um nach drei Fässern unbekannten Inhalts zu suchen, die infolge einer Ausspülung im Weserwasser versunken waren.
Das in Not geratene Sportboot konnte durch die Rettungsschwimmer nach kurzer Zeit im Bereich der Halbinsel "Blauer Werder" geortet werden. Die fünfköpfige Besatzung, allesamt mit teilweise schweren Verletzungen, wurden vor Ort im Rahmen der Ersten Hilfe versorgt und transportfähig gemacht. Hiernach erfolgte der etappenweise Transport auf dem Wasserwege zurück in den Sportboothafen. Hier wurden sie den wartenden Rettungskräften übergeben, die sie der Verletztensammelstelle zuführten. Hier wurden die realistisch geschminkten Notfalldarsteller bis zum Ende betreut.
Bild: Ankunft der FahrzeugeDie Tauchtrupps wiederum konnten - unter Vollschutz - die versunkenen Fässer in rund sieben Metern Tiefe lokalisieren. Aufgrund der aufgebrachten Gefahrguthinweise konnte der vermeintlich brisante Inhalt unter Mithilfe der Feuerwehr als Wasser gefährdender Gefahrstoff identifiziert werden. Da ein direkter Kontakt mit den Fässern bzw. deren Inhalt somit ausschied, entschied sich die Einsatzleitung für die Bergung der der Behälter per Hebesäcken mit Fernbefüllung. So konnten die Fässer letztlich sicher an Land gebracht werden.
Nach dem Ende der Übung konnte die Übungsleitung dann feststellen, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiter der DLRG in Bremen nicht nur für das Befüllen und Verbauen von Sandsäcken im Katastrophenfall gerüstet ist, sondern auch kompetent Personen- und Sachensuche und Bergungsarbeiten anlässlich von Großschadenslagen auszuführen in der Lage ist.
Das Zusammenwirken von Boots- und Tauchtrupps mit der Unterstützung von Land wurde so ebenfalls erfolgreich geübt wie auch die Kommunikation einzelner Einheiten untereinander und mit einer externen Einsatzführung. Letztlich wurden die zahlreichen Helfer in der Versorgung und Betreuung von mehreren, teils schwer Verletzten geschult.

2006 - Grossübung Mai-Power

Am Wochenende vom 19.05.2006 bis 21.05.2006 fand die inzwischen schon fast traditionelle Übung "Mai-Power" der Feuerwehr Bremen zusammen mit der Feuerwehr Wilhelmshaven statt. In diesem Jahr waren die Feuerwehrkollegen aus Wilhelmshaven in Bremen zu Gast. Auch schon fast traditionell stellte die DLRG Einheiten zur Absicherung. Da mehrere Übungsteile auf dem Gelände der Stahlwerke in gefährlicher Nähe zum Wasser oder auf dem Wasser stattfanden, wurden die Feuerwehrkräfte am Samstag durch je einen Tauchtrupp aus dem Bezirk Bremen-Stadt und dem Bezirk Bremen-Nord gesichert.
Wie auch in den vergangenen Jahren verlief die Kommunikation und Zusammenarbeit mit der Feuerwehr außerordentlich gut. Anspruchsvollste Aufgabe der DLRG war diesmal einen vernünftigen Platz für das Zuwasserbringen der Boote zu finden. Nachdem zunächst verschlossene Tore das Hindernis waren stellte sich die zugewiesene Rampe als durch ein Arbeitsboot blockiert und außerdem als zu kurz heraus. So musste kurzerhand ein Kran des Hafenamtes in Beschlag genommen werden um die Boote ins Wasser zu bringen. Für das weniger zeitkritische Herausholen der Boote wurde am Abend dann auf eine bekannte und weniger schwierige Slipstelle zurückgegriffen.
Bei der Absicherung der Feuerwehreinsätze kam es zu keinen besonderen Vorkommnissen, lediglich die häufigen Fahrten über das sehr weitläufige Kraftwerksgelände waren für die Ortsunkundigen ein regelrechtes Abenteuer.
Am Abend wurde die Übung bei Gegrilltem in der Scharnhorstkaserne auf gemütliche Weise beendet.

2007 - KatS-Bereitstellungsübung

Bild: Katastrophenschützer

Zum Ende des Jahres 2007 hatte die Katastrophenschutzbehörde beim Senator für Inneres die Katastrophenschutzkräfte von DLRG, DRK, Malteser Hilfsdienst und der Johanniter Unfallhilfe aufgefordert zu einer sogenannten Bereitstellungsübung zu erscheinen.
So machte sich dann am 9.12. der Wasserrettungszug der DLRG auf den Weg zur Scharnhorstkaserne in der Bremer Neustadt. Mit vollzähliger Besatzung und kompletten Material konnten sich die Vertreter der Katastrophenschutzbehörde einen guten Eindruck von der Einsatzbereitschaft und Materialausstattung der DLRG-Einheiten machen.
Für die Besatzungen war die Übung nach einem Mittagessen, dass durch die Kollegen vom DRK gereicht wurde schnell wieder beendet. Erfreulich war trotz des Termines kurz vor Weihnachten die große Bereitschaft der DLRG Mitarbeiter zu diesem Termin zu erscheinen. Ebenso konnte die Ausrückezeit des Wasserrettungszuges erneut überprüft und verbessert werden.

2008 - Großübung Deichverteidigung

Bild: Hubschrauber und Feuerwehr

Wie auch bereits 2002 und 2003 führte die Feuerwehr eine Übung zur Deichverteidigung in Hasenbüren durch. Eine Lücke im dortigen Deich ermöglicht es dort realistisch die Deichverteidigung zu simulieren und zu üben. Ziel der Übung war auch dieses Mal wieder die Errichtung eines Notdammes auf einer Länge von ca. 80m um das Eindringen der Flut in einen hinter dem Deich gelegenen See zu verhindern. Als Besonderheit in diesem Jahr wurde die Zivil-Militärische Zusammenarbeit im Katastrophenfall geübt.Bild: Hubschrauber Dazu nahm die Bundeswehr mit einer großen Zahl von Kräften teil, die insbesondere für den Transport von Sandsäcken eingesetzt wurden. Unter anderem kamen dazu zwei Transporthubschrauber zum Einsatz, die Sandsäcke auf dem Luftweg zur Einsatzstelle brachten.
Auch die DLRG nahm wieder an der Übung teil. War zunächst nur geplant, die Arbeiten durch die DLRG von der Wasserseite abzusichern, stellte sich kurzfristig ein erhöhter Bedarf an Booten für den Personentransport heraus. Eine große Anzahl Beobachter und Gäste mussten von der rechten auf die linke Weserseite übergesetzt werden. So wurden durch die Bezirke Bremen-Stadt und Bremen-Nord drei Motorrettungsboote zum Personentransport besetzt, die gemeinsam mit dem Feuerlöschboot mehr als 70 Gäste über die Weser transportierten.
Zusätzlich wurde durch das Motorrettungsboot Seeadler während des ganzen Tages die Sicherung der Einsatzstelle und insbesondere der Hubschraubereinsätze übernommen.Bild: MRB Seeadler Zu diesem Zweck wurde ein Tauchtrupp der Bundeswehr an Bord genommen. Am Ende des Tages konnte erneut das Halten des durch Feuerwehr und THW gebauten Notdeiches vermeldet werden, für die DLRG verlief der Einsatz ohne besondere Vorkommnisse mit, wie immer, guter Zusammenarbeit mit den anderen beteiligten Organisationen.